HRVATSKA KULTURNA ZAJEDNICA

Kroatische Kulturgemeinschaft e.V.





2010 UNESCO Jahr von Marko Antun de Dominis

450-Jahrestag der Geburt von Marko Antun de Dominis, Philosoph und Wissenschaftler (1560 -1624)


Marko Antun de Dominis spielte in der intellektuellen Welt an der Wende vom 16. Jh. zum 17. Jh. eine wichtige Rolle auf dem Gebiet der Naturwissenschaften und Theologie. Er war Bischof von Senj und später Erzbischof von Split. Sein Amt bestimmte der Konflikt zwischen zwei Interpretationen des Christentums und der Lehre von Christus, was mit der Frage der Kirchenorganisation und nicht seltenen dem Missbrauch der Kirchenherrschaft und eben der Päpste verbunden war. Er versuchte einen Weg zu finden, um die zukünftige europäische Religionstrennung und Konflikte wie z.B. den Dreißigjährigen Krieg zu verhindern. Wenn man nur diesen Aspekt in Betracht zieht, kommt man zur Erkenntnis der Größe einer solchen Persönlichkeit. Marko Antun de Dominis (1560 -1624) war auch ein der Pioniere in der Physikforschungen, auf dem Gebiet der Optik und der Lichtbrechung. Auf diesem Gebiet veröffentlichte er im Jahr 1611 unter dem Titel: “Tractatus de radiis visus et lucis, perspectivis et iride” eine epochale Wissenschaftsarbeit, die einen großen Einfluss auf die zukünftige Forschungen der Optik hatte. Diese Wissenschaftsarbeit wurde später von Isaac Newton gepriesen und auch zitiert.

Aber uns interessieren die historischen und theologischen Fragen im Rahmen des Dialogs zwischen Katholizismus und Protestantismus, denn die Hauptcharakteristik Europas an der Wende vom 16. zum 17. Jh. war die Religionstrennung zwischen dem europäischen katholischen Süden und dem protestantischen Norden.

  Marco Antonio de Dominis alias Marcantun alias Marc Anthony de Dominis wurde  1560 auf der Insel Rab in der nördlichen Adria geboren.

Marco Antonio wurde an das Collegium Illyricum in Novara geschickt, um dort das jesuitische Priesterseminar zu besuchen. 1588 wechselte er nach Padua, um dort Philosophia naturalis (Mathematik) zu unterrichten. Seine Vorlesungen wurden wegen seines neuartigen Zugangs zur Wissenschaft sehr populär und von vielen Studenten besucht. Auch seine allgemeine Wissenschaftsanschauung war zu dieser Zeit an der Wende vom 16. zum 17. Jh. sicher eine Revolution in der Tradition von Galileo Galilei und Giordano Bruno. Auf dem Gebiet der Naturwissenschaften, der Mathematik und Physik, spricht man über seine Weltoffenheit. Bekannt sind auch seine Übersetzungen Francis Bacons ins Italienische.1 Nach dem Jesuitenschule in Padua ging Marco Antonio de Dominis nach Brescia, wo er als Professor der humanistischen und der Naturwissenschaften tätig war, z.B. der Philosophie, Rhetorik und Logik.

Sein heutiger Ruf beruht  jedoch auf seiner Arbeit in Padua. Einige seiner Forschungen in Physik,  besonders in der Optik, die 1611 veröffentlicht wurden ("Tractatus de radiis visus et lucis in vitris, perspectivis et iride"), erhielten  breiten Beifall und wurden sowohl von Newton wie auch später von J. W. von Goethe gepriesen.

1596 wurde de Dominis, durch den Einfluss von Kaisers Rudolf II, als Bischof von Zengg (Senj) und Modruš in Dalmatien ernannt. In dieser Zeit wurde ein schmutziges diplomatisches Spiel zwischen Venedig und den Habsburgern gespielt, in welchem die Stadt Senj eine sehr wichtige Rolle spielte. Die Wichtigkeit dieser Rolle wurde insbesondere nach ersten Angriffen der Türken ersichtlich, als im Jahr 1469 in Senj eine Militärfestung gebaut wurde, die als Kern eines später gebauten Verteidigungssystems die Militärgrenze gegen die Türken sein sollte.

Über dieses von Kroaten bewohnte Gebiet verlor Land Kroatien im 16. Jahrhundert die Herrschaft. Am 22. Juni 1593 fand auch bei Sissek (heute Sisak) die Schlacht zwischen den Kroaten auf der Seite der Habsburger Monarchie und dem Osmanischen Reich statt. Bei Sissek wurde erstmalig das Vordringen des osmanischen Eroberungszuges gestoppt. Aber statt eine Reconquista in den kroatischen Ländern einzuleiten, wurde das kroatische Heer (zwanzigtausend Reiter) in den Kampf gegen die Protestanten geschickt. Die Habsburger richteten als Schutz lediglich eine militärische Grenzzone zu Bosnien und Serbien ein, bewohnt durch Wehrbauern, in der Regel orthodoxen Flüchtlinge aus dem osmanischen Reich.


Diese Militärgrenze, später als Krajina bekannt, spielte bis ins 20 Jahrhundert eine verhängnisvolle Rolle, zuletzt in den Kriegen nach dem Zerfall Jugoslawiens.

De Domins wurde durch die römische Kurie vom Senj nach Split entsandt und dort (November, 1602) auf spezielles Verlangen des Kapitols von Split, zum Erzbischof und damit auch zum Primas und Vizekönig von Kroatien, ernannt. Von der Bevölkerung in Split wurde er mit Begeisterung empfangen. Er war der erste Kroate, der diesen Posten nach fast 200 Jahren venezianischer Herrschaft erhielt.

 

Er nutzte seinen Einfluss als Erzbischof in Split, um sich um die Landwirtschaft und um die Bildungsförderung im Lande zu kümmern. Seine Arbeit ließ sich gut an, die letzten Jahre seiner Zeit in Split waren jedoch durch Streitigkeiten und Konflikte mit seinem eigenen konservativen Klerus gekennzeichnet. Aus dessen Reihen gingen auch die ersten Denunziationen an die römische Inquisition hervor. Was aber de Dominis in das Scheinwerferlicht des europäischen öffentlichen Bewusstseins holte, war seine Rolle im Konflikt zwischen Rom (Kirchenstaat) und der Republik Venedig, die sich 1606 dem Papst widersetzte, als dieser versuchte, seine Autorität über das Gesetz zu stellen.

 

De Dominis stellte sich auf die Seite Venedigs, auf dessen Territorium er lebte. Im Europa des ausgehenden 16. Jh. und beginnenden 17. Jh. existierten zwei inzwischen in sich geschlossene und voneinander getrennte kulturell-religiöse Kreise.

 

Diese teilten zwar einen gemeinsamen Ursprung, kannten sich jedoch gegenseitig nicht an und bezichtigten die jeweils andere Seite der Häresie. Denn diese zwei kulturellreligiösen Systeme hatten verschiedene Prämissen und konkurrierten miteinander. In diesem Kampf suchte man für alle dogmatischen Fragen in der Theologie nach Antworten.

 

Die Fragen des vatikanischen Dogmatismus und des nordeuropäischen Protestantismus wurden auf verschiedene Weise beantwortet. Das war auch der Grund des Religionskonflikts zur Zeit von Mark Antun de Dominis. Vor und nach seinem Tod wurde seine Weltoffenheit und friedensstiftende Stimme im Umfeld des Dreißigjährigen Krieges nicht gehört. Diese Tatsache wird klar in einem von seinen Briefen aus Brüssel, auf seinem Rückweg nach Rom, in welchem er über den Frieden zwischen verschiedenen christlichen (“Religionen”), oder besser verschiedenen christlichen Denominationen spricht, sowie auch in vielen anderen Briefen aus der Korrespondenz mit Bischof von Exeter (Provinz Counterbury), Joseph Hall, während seiner Zeit in England.

 

De Dominis formulierte zu Beginn seines Konfliktes mit Papst Paul V. die Frage, - welche Kirche die richtige Kirche des Christus sei. Am Ende wählte er einen dem Papsttum und römischem Katholizismus gegensätzlichen Weg, den des Protestantismus des englischen Hofes und Königs James I., unter dessen Befehl die Bibel in die englische Sprache übersetzt wurde.

Von den evangelikalen Puritanern enttäuscht, versuchte De Dominis am Ende seines Aufenthaltes in England einen dritten Weg zu finden, jedoch erfolglos, denn keine Seite zeigte sich kompromissbereit. Das belegen seine Briefe aus England, die er an die Herrscher und Repräsentanten beider Kirchen in ganz Europa schickte, als Europa schon in den Flammen des Dreißigjährigen Krieges stand und er sich auf seiner Rückreise nach Rom befand.

 

Den dritten Weg beschrieb er in seiner Republica Ecclesiastica. Nach der Vision und Meinung von Dominis sollte dieser dritte Weg eine synthetische Kompilation der Theologie und des Dogmatismus beider Konfessionskirchen und ihrer Institutionen darstellen, die vereinigt werden müssten. Der Grund für diese geplante Vereinigung war nicht politisch, Dominis beschäftigte sich nicht direkt mit den Konflikten mit dem Osmanischen Reich, obwohl die Angriffe der Türken ganz in der Nähe von Split stattfanden, sondern es handelte sich dabei um eine Reform der ganzen Kirche, die er auch für die in von Türken besetzten Gebiete lebenden Christen durchführen wollte. Ziel all dieser Bemühungen von De

Dominis ist nicht die Restauration einer großen Kirche als die dominante religiöse Institution ganz Europas. Vielmehr ging es um den Versuch einer allgemeinen Reform der Kirche, die dann seiner Meinung nach zurück zum Urglauben und zu den Quellen der patristischen Kirche früher Zeit als Fortsetzung der Lehre Christi. Um ein solches Ziel zu erreichen, sollte man hoch in der Kirchenhierarchie klettern können, denn nur eine starke Persönlichkeit mit starken geistlichen und intellektuellen Eigenschaften könnten nach Dominis, eine solche Idee, die Vereinigung der beiden Kircheninstitutionen, realisieren. Sein Charisma einer starken Persönlichkeit gab ihm zunächst die Gelegenheit, in der Hierarchie der römischen Kirche sehr schnell vorwärts zu kommen. Erst als Professor an den verschiedenen italienischen Universitäten, dann als Bischof von Senj.

Diese Periode seines Amtes als Bischof in Senj war durch seine diplomatischen Tätigkeiten gekennzeichnet.

In Split stand De Dominis im Konflikt mit dem Bischof von Trogir, Andreuchi, und Papst Paul V. Es gibt Indikationen, dass Bischof Andreuchi den Vatikan über das Buch von De Dominis “De Republica ecclesiastica” informierte. De Dominis wurde vom Legat des Papstes Paul V nach Rom eingeladen. Er entschied sich jedoch dafür, nicht zu antworten, sondern reiste stattdessen aus Angst vor Repressalien geheim mit dem Schiff in die Republik Venedig. Nach der Ankunft in Venedig, traf Dominis einen seiner besten Freunde und Kollegen, Fra Paolo Sarpi, der mit ihm zusammen gegen den Papst kämpfte. Er setzte den Kampf nicht fort, weil sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Venedig und dem Vatikan in der Zwischen-zeit verbesserten. Als der Vatikan die Auslieferung von De Dominis verlangte, nahm De Dominis Kontakt mit der englischen Botschaft und dem Botschaftler Sir Henry Wotson auf, der seine Reise nach England über die Schweiz und Heidelberg vorbereitete. Aus der Schweiz schrieb er an die Venezianische Regierung, er sei aus Furcht vor Repressalien durch die Inquisition weggegangen. Denn er wolle ja - nichts anders als die Wahrheit sagen.

De Dominis reiste weiter in den Niederlanden ab. Auf seinem Wege dorthin, veröffentlichte er in Heidelberg einen heftigen Angriff auf Rom: " Scogli del Cristiano naufragio " ("Der Felsen von christlichem Schiffbruch "), der später in England neu gedruckt wurde. Eine der interess-antesten Aussagen in diesem Dokument ist das Bekenntnis de Dominis, den es immer dazu zog, verbotene Literatur zu lesen – dass er glaube, dass sie etwas an Wahrheit enthalten. Dieser Standpunkt veranschaulicht bewundernswert die Unabhängigkeit des Denkens von De Dominis. In Den Hag blieb er als Gast des englischen Botschafters und ging von dort aus 1616 nach London.

De Dominis traf am 26. Dezember 1616 mit großem Pomp in London ein und wurde von King James I mit offenen Armen empfangen. Das Königshaus quartierte ihn beim Erzbischof von Canterbury ein, ersuchte die anderen Bischöfe, ihm eine Pension zu zahlen und bewilligte ihm die Nachfolge für den Erzbischof von Canterbury und von York. Vier Tage nach dem großartigen Will-kommen, stand De Dominis, nach dem Protokoll der damaligen Zeit, an der  fünften Stelle in der Hierarchie nach König James.

 

Er trat in London zur Anglikanischen Kirche über, und wurde 1618 Master im Savoy Hospital, dann Rektor dieser Kapelle und 1619 Dekan von Windsor. 1617 lehrte er in Cambridge und in Oxford. De Dominis schrieb eine Anzahl von antirömischen Predigten, die in seinem Hauptwerk veröffentlicht sind, "De Republica Ecclesiastica contra Primatum Papae (Gedruckt: Vol. 1, 1617; Vol., II, 1620, London; Vol., III,1622, Hanau). Er beteiligte sich und unterstützte die Konsekration von George Montaigne als Bischof von Lincoln, am 14. Dezember 1617.

 

De Republica Ecclesiastica war nicht nur gegen die päpstliche Sicht  und die kirchliche Verwaltung gerichtet, sondern auch gegen einige Lehren der Anglikanischen Kirche. Seine zentrale Aussage war, dass die Kirche auf einer föderalen Grundlage reorganisiert werden sollte, statt ausschließlich zentral gesteuert zu werden. Das Buch wurde überall in Europa als eine außergewöhnlich wichtige Arbeit der Theologie mit Beifall begrüßt, da sie der Autorität  der katholischen Kirche einen schweren Schlag versetzte.

 

De Dominis aber blieb umtriebig. In einem Schreiben an Joseph Hall, klagte er über die tragischen Verhältnisse in der Anglikanischen Kirche, in welcher nach seinen Worten die Puritaner die ganze Macht übernommen haben. Derselbe Ton wie zuvor gegen die römische Kirche erklang nun nur sechs Jahre später gegen die Anglikanische Kirche (gegen die radikalen und fanatischen Puri-taner «die nichts über die Theologie wussten»).

 

Sein Hauptinteresse jedoch galt dem Problem des europäischen Friedens und der Verbesserung der Situation in der Kirche. De Dominis erreichte eine bedeutende Position in der Debatte zur Einheit der Kirche, einer Frage, die in letzter Zeit ebenfalls großes Interesse erzielt.

 

Die Schriften von Mark Antun De Dominis wurden in ganz Europa bekannt und sofort in viele Sprachen übersetzt (aus dem Lateinischen ins Englische, Französische, Deutsche und Polnische).

Nach sechs Jahren Aufenthalt in England kühlte seine Beziehung zur Anglikanische Kirche und dem König selbst ab, obwohl er den Anglikaner eine ihrer wichtigsten Waffen in der Lehre gab.

 

Die erwartete spanische Heirat des Prinzen Charles, machte ihn um die Sicherheit  seiner Position in England besorgt. Willkommen musste ihm auch die Wahl seines Jugendfreundes Alessandro Ludovisi zum Papst Gregors des XV (9. Feb. 1621) erschienen. In der Tat, die Römische Kurie nahm die Zweifeln des in die Jahre gekommenen De Dominis wahr und schaltete den spanischen Botschafter beim englischen Hof - Gondomar - für die heimliche Abwerbung von De Dominis aus England ein.

Obwohl formal spanischer Gesanter, arbeitete Gondomar insgeheim für die römische Kurie. Die Verbindung zwischen Gondomar und De Dominis erwies sich für letzteren als katastrophal. In Dokumenten, die nach dem Tod von Dominis entstanden sind, bedankt sich die römische Kurie bei Gondomar für alles, was er in Sachen De Dominis getan hat!

 

Bedingung für die Rückreise nach Rom und die Wiederherstellung aller Ehren und Würden war, dass de Dominis all seine Angriffe auf die katholische Kirch in der Vergangenheit zu widerrufen hat.

Die Freiwilligkeit dieses Widerrufes ist anzuzweifeln, denn es ist in den Archiven des Vatikans dokumentiert, dass er von Seiten der Inquisition unter Druck gesetzt wurde.

 

Diese Dokumente wurden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bekannt. Und das nur durch den Umstand, dass ein kroatischer Kardinal (Franjo Kuharić unter dem polnischem Papst Wojtyła) Chef des Nachfolgeamtes der Inquisition wurde und seinem ebenfalls kroatischen Freund und Theologen Prof. Ivan Golub Zutritt zu den Geheimakten der Inquisition ermöglichte. Dr. Golub schrieb: - Die Inquisition hat seinen Widerrufungstext drei Mal rezensiert und ihm sogar vorgelegt, was er zu schreiben hat.

 

Sobald er England verlassen hatte, wurden zu allgemeinem Unverständnis seine Angriffe auf die englische Kirche so heftig, wie sie es einst auf die römische gewesen waren und in "Sui Reditus ex Anglii Consilium " (Paris, 1623) widerrief er alles, was er in seinem "Consilium Profectionis " (London, 1616) geschrieben hatte und erklärte, dass er absichtlich in allem gelogen habe, was er gegen Rom gesagt hatte.

 

Wie widerwillig er das tat, aber auch wie seine wahre Ansichten lauteten, zeigen Briefe an Joseph Hall, die er während der sechsmonatigen Aufenthaltes in Brüssel, wo er im Hause des päpstlichen Nuntius auf endgültige Zustimmung aus Rom wartete, schrieb.

Aus diesen Briefen entstand auch die Proklamation: «De pace religionibus», in welcher er als Prophet über die notwendige Toleranz und den Frieden zwischen den (westlichen) Kirchen spricht.

1623 wurde er augenscheinlich in Rom gut empfangen. Dennoch befahl man ihm, seinen Widerruf vor einem Kardinal zu wiederholen und ihn in Form einer Broschüre zu veröffentlichen. Dieses diskreditierte ihn vollständig sowohl bei englischen und anderen Protestanten als auch bei vielen katholischen Gegnern der weltlichen Macht des Papstes. Alleine der venezianische Senat verbot die Verteilung der Flugschrift in seiner Republik.

 

De Dominis war wegen seinen Arbeiten in der Physik und in der Optik sehr bekannt.

 

Er führte zahlreiche Experimente mit vom ihm selbst hergestellten Geräten durch. Im Jahr 1611 veröffentlichte er in Venedig eine wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel: "Tractatus de radiis visus et lucis in vitris, perspectivis et iride", die Objektive, Ferngläser, Linsen und den Regenbogen behandelte. Er erklärte die Theorie des Fernglases und die Erscheinung des Regenbogens.

 

Er entdeckte einige Eigenschaften des Lichtes (Brechung) und erklärte so die Farben des Regenbogens. Mit der Theorie des Regenbogens beschrieb er die Tatsache, dass in jedem Regentropfen das Licht zwei Brechungen und dazwischen eine Reflexion erfährt. Isaac Newton zitierte ihn zweimal in seiner Arbeit " Optik ".

 

Seine Theorie von Wellen (Euripus seu de fluxu et refluxu maris sententia ") basierte auf der Idee der Anziehungskraft zwischen dem Mond und der Erde, die später in der Theorie Newtons über die Gravitation bestätigt wurde. Er gewann die Erkenntnis, dass die Erde rund war. Er entdeckte auch das Phänomen der Beugung des weißen Lichtes.

 

Aber auch wegen seiner naturwissenschaftlichn Arbeit kam er unter Verdacht.

 

Sein Inquisitor, der Kardinal Scaglia verurteilte alle Ansichten von De Dominis, welche nicht den Grundlagen der Dogmatik und Theologie entsprachen. Er ließ ihn wissen, dass seine Bemühungen auf dem Gebiet der Physik und der Experimente, - ein wichtiger Beitrag für die Wissenschaft wären, aber sie hätten zu einem innerlichen Aufstand gegen die Dogmatik der katholischen Kirche, zur Unfähigkeit des Glaubens an die Macht der Eucharistie während der Transsubstantiation, geführt, und dass diese Experimente der Beginn seines Abfalls von der Kirche seien. Kurz und bündig, Kardinal Scaglia diabolisierte die ganze Wissenschaft als ein vom Teufel bestimmender Weg.

 

Die Kongregation des heiligen Offiziums entschied, dass ihm erst nach erfolgter Buße und dreifachem Abschwören vor der Inquisition in der Peterskirche, mit dem Strick um den Hals und im Bußgewand vor dem Konsistorium Absolution zuteil werden solle.

 

Nach dem Tod Gregors XV. († 8.7.1623), seines alten Freundes und Beschützers, wurde de Dominis verhaftet und der Inquisitionsprozess neu eröffnet. Man gab ihm drei Monate Zeit, um seine Verteidigung vorzubereiten, da man ihn des Rückfalles in die Ketzerei beschuldigte. Deshalb wurde er nachdem er vor der päpstlichen Inquisition zerbrach gezwungen, eine zweite Proklamation zu schreiben, als eine Art der Verneinung und der Absage seiner früheren Standpunkte und als ein Gegensatz im Vergleich mit seiner ersten Proklamation, die in Heidelberg veröffentlicht worden war. Er war aber ernsthaft krank und starb am 8. September 1624 vor Abschluss des Inquisitionsprozesses unter unerklärten Umständen in der Englsburg.


Professor Dr. Sc. Ivan Supek, Rektor der Zagreber Universität, der den Fall De Dominis eingehend untersuchte, behauptete: - de Dominis wurde mehrere male peinlich befragt, d.h. - gefoltert.

Sein Prozess wurde nach seinem Tod fortgesetzt. Er wurde nach einer Verurteilung vom 21. November zu einem rückfälligem Häretiker erklärt und sein stinkender Körper musste genau einen Monat lang auf die Exekution warten.

Sein Körper wurde zusammen mit seinen Arbeiten am 21. Dezember 1624 auf dem Campo di Fiori, in Rom verbrannt.

 Ivica Košak

 1 Der englische Denker und Staatsmann Francis Bacon (1561–1626) leitete im 16. Jahrhundert eine Revolution ein, welche die westliche Wissenschaft auf dem Boden fassbarer Tatsachen ordnete. Ziel seiner Bemühungen war die „Instauratio magna“, die große Erneuerung der Philosophie und der Wissenschaften, auf der Grundlage „unverfälschter Erfahrung“ durch Beobachtung und Experiment und damit die Ablösung der scholastischen Methode der Spekulation durch das Prinzip des Empirismus, welche die Naturgesetze auf mathematische Weise zu behandeln sucht. Solcherart wurde Bacon zum Wegbereiter der Natur-wissenschaften. In seinem „Novum organum scientiarum“ beschrieb er ein differenziertes Ver-fahren der Induktion und entwarf eine systema-tische Darstellung möglicher Urteilstäuschungen durch Trugbilder. Zweck der Naturerkenntnis, so seine Weltanschauung, ist die Beherrschung der Natur und ihre Nutzbarmachung zur Vervoll-kommnung der Kultur. In seinem Roman „Nova Atlantis“ schildert Bacon einen auf diesem Weg entworfenen, technisch perfekten Zukunftsstaat.

Siehe auch Mitteilungsblat Riječ Nr. 41




Idsteiner Zeitung: Idstein 01.10.2010

„Frauen im Krieg“

IDSTEIN -

(red). Zum Vortrag „Frauen im Krieg - Opfer, Beute, Überläuferinnen oder Boten der Humanisierung?“ am heutigen Freitag, 1. Oktober, um 19.30 Uhr im Clubraum in der Stadthalle Idstein lädt der Ausländerbeirat in Zusammenarbeit mit der Kroatischen Kulturgemeinschaft Wiesbaden ein.

„Der Bosnienkrieg (1992-1995) gilt als ein Krieg, bei dem die Vergewaltigung von Frauen als eine politische Strategie eingesetzt wurde. Damit gehört dieser Krieg in die Reihe der kriegerischen Auseinandersetzungen, bei denen die körperliche und seelische Erniedrigung und die Gewalt an Frauen systematisch betrieben wurden“, schreibt der Veranstalter.

Es referiert Dr. Marijana Erstic von der Universität Siegen. Der Eintritt zu der Veranstaltung, die im Rahmen der Interkulturellen Woche stattfindet, ist frei.

http://www.uni-siegen.de/start/news/oeffentlichkeit/314865.html


Siehe auch den Beitrag in kroatischer Sprache:



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