HRVATSKA KULTURNA ZAJEDNICA

Kroatische Kulturgemeinschaft e.V.



SPRACHFINDUNG

Die bereits traditionelle BUCHBESPRECHUNG MIT DISKUSSION fand in der Idsteiner Stadtbücherei in diesem Jahr am Europäischen Tag der Sprachen, am Mittwoch den 26. September, mitten in der Interkulturellen Woche statt. Dass gute Gespräche zu guten Gründen für die Teilnahme an einer Runde zählen, hat diese multikulturelle Veranstaltung mit einem Publikum aus mehreren Nationen noch mal bewiesen.

Dr. Asghar Fassihi, Ivica Košak

Willkommen zu sein, wer immer man ist!
Unter diesem Motto stand die Interkulturelle Woche 2012. Willkommen zu sein, wer immer man ist: Diese Erfahrung hat wenig mit der Realität vieler Migrantinnen und Migranten zu tun. Die vorgestellten literarischen Werke beschreiben einige wahre Hintergründe und Ursachen der Migration. Es geht nicht nur darum zu zeigen, wie ein Zusammenleben in Vielfalt gelingen kann, sondern auch wie alternativlos das friedliche Miteinander in Respekt und Toleranz ist. Das friedliche Miteinander der Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen ist für die Zukunft dieser von Veränderungen und Globalisierung geprägten Welt von vitaler Bedeutung.

Die Referenten Dr. Asghar Fassihi (Iran) und Ivica Košak (Kroatien) stellten folgende Bücher vor: Leila - Ein bosnisches Mädchen der Bestseller-Autorin Alexandra Cavelius, Opfer - Beute - Boten der Humanisierung? – ein Sammelband über Wahrnehmung der Frauen im Krieg, hrsg. von Dr. Marijana Erstić und Fräulein Hallo und der Bauernkaiser des chinesischen Autors Liao Yiwu. Liao Yiwu ist der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2012.

Die Teilnehmer konnten erfahren, wie Literatur und Film eine Realität übermitteln können, die mit der subjektiven Realität nicht mehr übereinstimmt. Literatur kann auch Einsichten in die Unvereinbarkeit des Realen und des Virtuellen  gewähren und ist darum auch eine der zentralen narrativen Techniken der Vergangenheits- oder aber auch Krisenbewältigung. Somit wird die Sprachfindung, auch die durch die Literatur geliehene Sprachfindung, in dem neu-gesellschaftlichen Kontext der Migrantinnen und Migranten auch „sich Gehör verschaffen“ heißen müssen. .Das Ziel dieses Abends war es, zum Verständnis und zur Wertschätzung der Sprachen und Kulturen beizutragen. Sprachfindung als Überwindung von Sprachgrenzen ist auch eine wichtige Überlebensstrategie in Krisensituationen.

Ivica Košak

http://www.hkz-wi.de



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